Bodenrichtwerte
Zum Stichtag 1. Januar 2026 hat der Gutachterausschuss für Frankfurt (Oder) neue Bodenrichtwerte ermittelt. Für den individuellen Wohnungsbau liegen die Richtwerte im Stadtgebiet zwischen
35 und
80 €/m², für Gewerbelagen wurden Richtwerte ausgewiesen, die das breite Nutzungsspektrum der Stadt widerspiegeln. Die landwirtschaftlichen Bodenrichtwerte werden für Frankfurt (Oder) stadteinheitlich ausgewiesen: Für Ackerland gilt ein Bodenrichtwert von
0,85 €/m², für Grünland ein Wert von
0,35 €/m². Forstwirtschaftliche Flächen werden ab dem Stichtag 1. Januar 2025 flächendeckend ohne den Wertanteil für den Aufwuchs ausgewiesen; der Bodenrichtwert beträgt
0,26 €/m² (fiktiv unbestockt). Der Ackerland-Richtwert blieb gegenüber dem Vorjahr stabil, während der Grünland-Richtwert von zuvor
0,40 €/m² auf
0,35 €/m² zurückging, was einem Rückgang von
12,5% entspricht.
| Bodenrichtwertart |
Min. €/m² |
Max. €/m² |
| Individueller Wohnungsbau – Stadtgebiet |
35 |
80 |
| Individueller Wohnungsbau – Stadtrandlage |
35 |
105 |
| Gewerbliche Bauflächen |
17 |
20 |
| Ackerland |
0,85 |
0,85 |
| Grünland |
0,35 |
0,35 |
| Forstwirtschaftliche Flächen |
0,26 |
0,26 |
Kauffälle
Im Jahr 2025 wurden dem Gutachterausschuss insgesamt
361 Erwerbsvorgänge zugeleitet, von denen
297 ausgewertet werden konnten. Gegenüber dem Vorjahr mit
269 ausgewerteten Kauffällen entspricht das einem Anstieg von
10,4%. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei bebauten Grundstücken aus, deren Kauffallzahl von
88 auf
135 anstieg, was einem Plus von
53,4% entspricht. Das Segment Wohnungs- und Teileigentum verzeichnete mit
91 Kauffällen hingegen einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von
95 um
4,2%.
| Teilmarkt |
2024 |
2025 |
Veränderung |
| Baugrundstücke |
40 |
38 |
−5,0 % |
| Bebaute Grundstücke |
88 |
135 |
+53,4 % |
| Wohnungs- und Teileigentum |
95 |
91 |
−4,2 % |
| Land- und Forstwirtschaft |
20 |
19 |
−5,0 % |
| Gemeinbedarf und sonstige Flächen |
26 |
14 |
−46,2 % |
| Gesamt |
269 |
297 |
+10,4 % |
Umsatz
Der Grundstücksmarkt in Frankfurt (Oder) verzeichnete 2025 einen Gesamtgeldumsatz von
76,4 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahreswert von
65,8 Mio. € einem Anstieg von
16,1% entspricht. Der Flächenumsatz stieg von
110,8 ha auf
149,1 ha, ein Zuwachs von
34,6%, wobei der Anstieg bei unbebauten Grundstücken sowie bei Gewerbeflächen maßgeblich auf die Veräußerung herausragender Einzelobjekte zurückzuführen ist und daher keine Trendaussage erlaubt. Mit einem Anteil von
64,7% am Gesamtgeldumsatz dominieren bebaute Grundstücke das Marktgeschehen klar vor Wohnungs- und Teileigentum mit
22,7 %. Der Flächenumsatz land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke machte mit
71,4 ha den größten Anteil am Gesamtflächenumsatz aus.
| Teilmarkt |
2024 Mio. € |
2025 Mio. € |
Veränderung |
| Bebaute Grundstücke |
43,3 |
49,4 |
+14,1 % |
| Unbebaute Grundstücke |
2,0 |
8,9 |
+345,0 % |
| Wohnungs- und Teileigentum |
19,8 |
17,3 |
−12,6 % |
| Landwirtschaftliche Grundstücke |
0,5 |
0,59 |
+18,0 % |
| Gemeinbedarf und sonstige Flächen |
0,2 |
0,21 |
+5,0 % |
| Gesamt |
65,8 |
76,4 |
+16,1 % |
Liegenschaftszinssätze
Für das Stadtgebiet Frankfurt (Oder) hat der Gutachterausschuss auf Basis des Auswertungszeitraums 2023–2025 mit Stichtag 1. Juli 2024 eigene Liegenschaftszinssätze nach dem Modell LIZI23 ermittelt. Für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser ergibt sich ein mittlerer Liegenschaftszinssatz von
2,2 %, für Reihenhäuser und Doppelhaushälften von
2,9 %. Bei Mehrfamilienhäusern liegt der mittlere Zinssatz bei
2,6 %, bei Eigentumswohnungen bei
1,7 %. Da Frankfurt (Oder) ausschließlich als eigenständiger Bereich ausgewiesen wird und nicht in die Kategorien Berliner Umland bzw. Weiterer Metropolenraum des Landkreises Oder-Spree eingegliedert ist, entfällt eine Differenzierung nach diesen Regionen; die nachstehende Tabelle weist die Werte daher nur für das Stadtgebiet aus.
| Immobilienart |
Frankfurt (Oder) |
| Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser |
2,2 % |
| Reihenhäuser / Doppelhaushälften |
2,9 % |
| Mehrfamilienhäuser |
2,6 % |
| Eigentumswohnungen |
1,7 % |
Bodenpreisindex
Die Bodenpreisindexreihe für unbebaute Flächen des individuellen Wohnungsbaus in Frankfurt (Oder) bezieht sich auf das Basisjahr 2021 (Index =
100) und umfasst den Untersuchungszeitraum 2015 bis 2025 mit insgesamt
127 Kauffällen. Nach dem Höchstwert von
269,9 im Jahr 2024 – der auf Kauffälle aus einem Bebauungsplangebiet zurückzuführen ist – sank der Index im Jahr 2025 auf
159,5, was einem Rückgang von
40,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Vergleich zum Basisjahr 2021 liegt der aktuelle Indexwert damit noch immer um
59,5% höher. Das ausgewertete Kaufpreisniveau bewegt sich zwischen
25 und
225 €/m² bei Grundstücksgrößen von
286 bis
1.467 m².
| Jahr |
Index (Basis 2021 = 100) |
Anzahl Kauffälle |
| 2015 |
99,1 |
10 |
| 2016 |
96,3 |
14 |
| 2017 |
113,6 |
8 |
| 2018 |
111,3 |
17 |
| 2019 |
113,0 |
17 |
| 2020 |
104,5 |
32 |
| 2021 |
100,0 |
13 |
| 2022 |
181,1 |
7 |
| 2023 |
188,0 |
3 |
| 2024 |
269,9 |
3 |
| 2025 |
159,5 |
5 |